An der Stelle der ersten Kirche in Lerchenfeld wurde 1983 der Grundstein für das jetzige Gotteshaus gelegt. Bereits ein Jahr später konnte die fertig gestellte Kirche der Gemeinde übergeben werden. Die Kirchweihe vollzog am 9. Dezember 1984 der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter.

Der Entwurf für den Kirchenraum stammt von den Freisinger Architekten Hans Hofmann und Franz Altmann.
Das Gebäude mit einem Grundriss von 19 auf 25 m weist eine schlanke, halbrunde Ost-Apsis auf. In einer weiteren Apsis an der Nordwand befindet sich das Taufbecken mit Taufbuch und Taufgarnitur. Im Süden ist die Werktagskirche (7x15 m) angefügt, vom Hauptraum getrennt durch Rundpfeiler. Im Südteil des Bauwerks ist die Sakristei mit ihren Nebenräumen.

Den Kirchenraum überspannt und gliedert das Dachwerk als sichtbare Holzbinderkonstruktion.
Die schmale Hauptapsis wird durch seitliche, vom Kirchenschiff aus nicht sichtbare, sich über die gesamte Höhe von ca. 10 m erstreckende Lichtschlitze erhellt. Der davor gelagerte, rechteckige Altarraum erhält sein Licht durch ein großes Fenster im Süden. Die Nordwand ist durch hoch gelagerte Schmalfenster gegliedert, die von einem horizontalen Lichtband unter dem Gebälk aufgefangen werden. Das Holz des Dachwerks vermittelt zusammen mit dieser gedämpften Lichtführung eine wohltuende Geborgenheit.

Zwei große Bankblöcke flankieren den auf die Altarinsel hinführenden Mittelgang. Der Zelebrationsaltar aus Jurakalkstein birgt in einer Nische ein als Haus ausgeformtes Gefäß mit der Reliquie des Kirchenpatrons, dem Heiligen Lantpert. Aus dem gleichen Stein wie der Altar sind der Taufstein der Kirche und der Ambo gehauen, beide mit figürlichen Darstellungen verziert. In der Apsis hinter dem Priestersitz befindet sich die mächtige Figurengruppe eines Gnadenstuhls, die 1984 von Wilhelm Breitsameter in Bronze gegossen wurde.
Der Fußbodenbelag aus dunkelrotem, ornamental versetztem Klinker betont die Raumgliederung der Kirche. Tief in den Kirchenraum ragt die Empore, die das große Orgelwerk trägt. Sie erhält ihr Licht hauptsächlich vom großen Westfenster, das das Pfingstereignis zeigt.

An der Fassadengestalt der Kirche ist die Trennung der Nutzung deutlich ablesbar. Mittig, gekrönt vom bunten Westfenster, führt das Portal in den großen Kirchenraum; seitlich zurückgesetzt ist der Eingang zur Werktagskirche. Neben dem Eingang zur Werktagskirche thront die sitzende Figur des Heiligen Lantpert, die Rechte zum Segensgestus erhoben, in der linken Hand das Dommodell auf der Nebelwolke – eine Skulptur, die Manfred Kozel 1999 gefertigt hat (ebenfalls aus Jurakalkstein).
Auf dem Platz vor der Westfassade erhebt sich als markantes Zeichen für den ganzen Stadtteil Lerchenfeld der 41 m hohe Campanile (Kirchturm) mit seinem pyramidenförmigen Dach, einem Glockenstuhl mit fünf Glocken und ebenerdig mit Gedenktafeln an die Verstorbenen der beiden Weltkriege. Vom Turmstüberl auf etwa 30 m Höhe hat man einen einmaligen Ausblick über ganz Freising.

werktagsaltar thWerktagsaltar

Der Werktagsaltar auf der rechten Seite der Kirche stammt noch aus der alten Kirche, die 1983 dem Neubau weichen musste.

In ihm befindet sich der Tabernakel zur Aufbewahrung des Allerheiligsten. Darüber wacht eine Statue des Heiligen Lantpert. Im Hintergrund ist der Freisinger Mariendom zu sehen.


An der Südwand der Kirche befinden sich zwei Beichtstühle und ein Beichtzimmer. Dahinter schließt sich die große Sakristei mit ihren Nebenräumen an. Über den Beichtstühlen ziert ein Kreuzweg mit seinen 14 Stationen die ansonsten weiße Südwand der Kirche.

Wandmalereien

Die Wandmalerei in der Kirche St. Lantpert steht unter dem umfassenden Thema „Weg der Verheißung“. Dieser Weg beginnt an der Nordwand, links des Eingangs mit dem Lebensbaum über den Grundsteinplatten beider Kirchbauten, die von den Quellen der vier Paradiesflüsse umströmt werden. In den weiteren Nordwandfeldern werden die Bewirtung der drei Engel durch Abraham und der schlafende Jakob vor der Himmelsleiter (drittes Feld), die Salbung des David durch Samuel (vierte Tafel) dargestellt. Über der Taufnische befindet sich die Darstellung der Verkündigung an Maria. Das sechste Feld vollendet schließlich das Erlösungswerk mit der Begegnung am Ostermorgen.

In der Ost-Apsis wird der versilberte Gnadenstuhl von mehreren Gemälden umgeben. Zu sehen sind zum Beispiel ein Schachbrett mit den Namen der Erdteile und der Stadt Rom, oder eine Doppelharfe, die das Lied der Erlösten symbolisiert.

Die Ostgiebelwand, die wie die Nordwand erst Ende der 90er Jahre durch Prof. Dr. Franz Bernhard Weißhaar mit Fresken gestaltet wurde, zeigt unter anderem auf der rechten Seite die Prozession der 24 Heiligen und Seligen, auf der linken Seite das als Stadtplan dargestellte himmlische Jerusalem. Diese Bilderwelten sind in Fresco-Secco-Technik mit Naturkasein auf den angefeuchteten Kalkmörtel der Wand gemalt.


Detailliertere Informationen zu den einzelnen Szenen der Wandfresken können Sie einer Festschrift entnehmen, die anlässlich der Einweihung der Gemälde 1999 erschienen ist – erhältlich in der Kirche oder im Pfarrbüro.

(Quelle: Die Botschaft der Bilder, Heide Weißhaar-Kiem)